Unser Sommermärchen begann mit einem Traum
Manche Veranstaltungen stehen monatelang im Kalender. Andere wohnen monatelang im Kopf. Das Open-Air-Konzert des Kinder-, Jugend- und Elternchores des Liederkranzes Rauenberg gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.




Wochenlang wurde geprobt, organisiert, geplant und gehofft. Auf gutes Wetter. Auf viele Besucher. Auf funktionierende Technik. Und natürlich darauf, dass sich möglichst alle an die richtigen Einsätze erinnern würden.
Als sich am 20. Juni die Reihen auf dem Sportplatz des VfB Rauenberg füllten, war die Anspannung deshalb beinahe mit Händen zu greifen. Die Temperaturen erinnerten eher an einen Tag am Badesee als an ein Chorkonzert. Doch schon nach wenigen Minuten spielte das keine Rolle mehr.
Denn die jüngsten Sängerinnen und Sänger eroberten die Bühne mit genau der Mischung aus Charme, Begeisterung und Unbekümmertheit, die Erwachsene oft nur noch aus ihren Fotoalben kennen.
Spätestens bei „Pizza in den Haaren“ war klar: Dieser Abend würde keine steife Jubiläumsveranstaltung werden. Die Singteufelchen sprühten vor Energie, das Publikum lachte, klatschte mit und ließ sich sofort anstecken.
Doch zwischen aller Fröhlichkeit blitzte immer wieder etwas anderes auf: Stolz.
Denn dieses Konzert feierte nicht nur 25 Jahre Chorleitung durch Sabine Stier. Es zeigte auch, was in einem Vierteljahrhundert entstehen kann.
Bei „Mich trägt mein Traum“ bekam dieser Gedanke plötzlich eine ganz eigene Bedeutung. Denn aus vielen kleinen Träumen war etwas Großes gewachsen. Aus Kindern wurden Jugendliche. Aus Jugendlichen wurden Erwachsene. Aus Sängerinnen und Sängern wurden Freunde.
Einen wichtigen Anteil daran hatte auch die Begleitband Markus Ranzenberger & Friends. Mit viel Feingefühl und sichtbarer Spielfreude verliehen die Musiker den Liedern zusätzliche Farbe und Tiefe. Während der Chor die Geschichten erzählte, sorgte die Band dafür, dass jede musikalische Reise den passenden Rückenwind bekam.



Und als wenig später „Let the Sunshine In“ über den Sportplatz klang, schien selbst die Sonne ihren Einsatz nicht verpassen zu wollen.
Die Musik breitete sich über den Rasen aus, Familien saßen zusammen, Kinder spielten zwischen den Reihen und irgendwo dachte vermutlich jeder: Genau so sollte ein Sommerabend aussehen.
Vielleicht war es erst der Anfang eines Konzerts.
Vielleicht begann hier aber bereits unser Sommermärchen.
Fortsetzung folgt.

